Veranstaltung - Zwangsvorführung / Botschaftsanhörung

„Ich sage Dir, wer du bist“
Zwangsvorführungen zum Zwecke der Abschiebung

Papiere für einen dauerhaften Aufenthalt werden verweigert. Um jedoch Papiere für Abschiebungen zu beschaffen, scheuen die Ausländerbehörden weder Kosten noch Mühen: In den letzten Jahren wurden immer wieder Flüchtlinge zu so genannten Sammelanhörungen vorgeladen. Botschaftsangehörige oder Delegationen aus den vermuteten Herkunftsländern entscheiden dann willkürlich über die angebliche Staatsangehörigkeit, unter höchst zweifelhaften und rassistischen Kriterien (Dialekt, Aussprache, Körpermerkmale). Erst hierdurch wird die Ausstellung von Passersatzpapieren – und damit die Abschiebung – möglich.
Infoveranstaltung mit Hanna Schröder
und Diskussion über mögliche Proteste in Köln
am Donnerstag, 2. September 2010 um 19.30 Uhr
Allerweltshaus, Körnerstr. 77
(U-Bahn Körnerstr.)

Für die Beteiligung der Staaten an diesen dubiosen „Anhörungen“ spielen Geldzahlungen, wirtschaftliche Abhängigkeiten und europäischer Druck auf die Herkunftsländer eine nicht unerhebliche Rolle: Bis zu 2.500 € pro Kopf (d.h. pro Passersatzpapier) wurden in der Vergangenheit für die Ausstellung solcher „Reisepapiere“ gezahlt. Gerichte äußerten mittlerweile Korruptionsverdacht oder stuften das Verfahren als „rechtsstaatlich zweifelhaft“ ein. Wiederholt waren solche Zwangsvorführungen auch Anlass für Protest und Widerstand. Trotz Androhung von Sanktionen boykottierten Betroffene die Termine oder verweigerten sich, indem sie bei den Anhörungen schwiegen. Ein Ende der Zwangsvorführungen ist dennoch nicht abzusehen. Und Kooperationen auf europäischer Ebene werden offenbar tendenziell ausgeweitet. Auch ganz konkretin Köln finden häufiger Anhörungen von Flüchtlingen statt, z.B. Anhörungen angeblich kamerunischer Flüchtlinge.
Referentin: Hanna Schroeder, Transnationales Aktionsbündnis Dortmund
Die Veranstaltung soll über die Hintergründe solcher Vorführungen informieren. Außerdem wird ein/e Vertreter_in von „kein mensch ist illegal“ über die in Köln häufiger stattfindenden Anhörungen von angeblich kamerunischen Flüchtlingen und die Proteste dagegen berichtenInfoveranstaltung mit Hanna Schröder
und Diskussion über mögliche Proteste in Köln
am Donnerstag, 2. September 2010 um 19.30 Uhr
Allerweltshaus, Körnerstr. 77

(U-Bahn Körnerstr.)


Weitere Termine und Veranstaltungen

  • Dienstag, 21.September, 19.30 Uhr: „Stop Deportation“
  • Der Kampf ums Bleiberecht: Gegen Abschiebehaftund Abschiebung
    Ort: Rom e.V., Venloer Wall 17 (U-Bahn Hans-Böckler-Platz)
  • Oktober: „Leben ohne Papiere“
  • Sans Papiers in Paris-Brüssel-Köln
  • November: „Und wenn dann alle kommen?“
  • Argumente gegen dumpfe Parolen

 

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