Siamo tutti clandestini

Italienische Filme zu Flucht, Migration und Widerstand von Enrico Montalbano

Donnerstag, 20. Mai 2004, 19.30h (Eintritt frei)
Istituto Italiano di Cultura, Universitätsstrasse 81
Angelica Micalizio, Enrico Montalbano:
"Joppolo - un paisi nicu nicu"
("Joppolo, ein ganz kleines Dorf"), 50 Min., 2004

Thema des Films sind die vergessenen Geschichten und Geschichte der kleinen Ortschaften, die langsam verschwinden aufgrund einer Emigrationsbewegung, die seit einigen Jahren in Sizilien wieder zunimmt. Ein Historiker und Landarbeiter erzählen uns die Geschichte des kleinen Dorfes Joppolo (bei Agrigento in Sizilien), sie führen uns zurück in vergangene Zeiten, in einem Dialekt, der fast nicht mehr gesprochen wird. (Der Film wird im Original gezeigt werden, die Zuseher erhalten eine Übersetzung der Textpassagen des Films).

Mittwoch, 2. Juni 2004, 21h (Eintritt frei)
Kölner Filmhaus, Maybachstrasse
21 Uhr: Brot, Oliven und Wein
22 Uhr: Beginn des Filmprogramms
"Campi Centri Concentramenti", 15 min
"Il naufragio di Lampedusa raccontato dai superstiti", ("Begegnung mit Überlebenden eines Schiffbruchs bei Lampedusa"), 23 min
"Film", 15 min
"Giustizia infinita", (Das Roma Camp bei Agrigento), 15 min
"Siamo tutti clandestini", (Demonstration in Trapani in Gedenken an 6 Todesfälle im Abschiebeknast, Dezember 1999), 15 min

Enrico Montalbano
Geboren in Agrigento 1967, Humanistisches Gymnasium in Agrigento, ab dem 18. Lebensjahr ausgedehnte Reisetätigkeit, Malerei-Ausstellungen in Italien und dem Ausland, Kontakte zu europäischen Künstlern. Aufbau von künstlerischen Vereinigungen in Agrigento, gemeinsam mit anderen Künstlern, die auch politisch tätig sind. Zunehmendes Interesse an Video und Film bis zur Gründung von Andy Studio, ein Laboratorium für künstlerische und kommerzielle Produktionen.

Zu den Filmen:
Die Kurzfilme entstanden aus der Notwendigkeit und dem Wunsch, Ungerechtigkeiten zum Schaden von Menschen, Umwelt, Tieren und Dingen aufzudecken. Sie sind ein wütender Aufschrei, entstanden im Bewusstsein des andauernden Kampfes. Einige dieser Kurzfilme wurden schnell gedreht, um zu vermeiden, von der Polizei überrascht zu werden, die stets versucht, brisantes Material zu beschlagnahmen. "Campi Centri Concentramenti" zeigt Bilder aus dem Abschiebelager in Agrigento. Den MigrantInnen im Internierungslager wird ihre Nummer auf den Arm geschrieben. Der Film ist in der italienischen Bewegung gegen (Flüchtlings-) Lager weit verbreitet. Im Süden Italiens, v.a. auf Sizilien, befinden sich deshalb so viele Internierungslager für Flüchtlinge, weil dort die meisten Boote ankommen, mit denen MigrantInnen versuchen, die Festung Europa zu erreichen. Regelmäßig kommen bei der Flucht über das Meer Flüchtlinge ums Leben, weil die oft seeuntüchtigen Boote kentern oder manövrierunfähig werden, sie verhungern, verdursten oder erfrieren. Die Flüchtlinge, die europäischen Boden lebend erreichen, werden in Flüchtlingslager interniert, wenn sie von Polizei oder Marine nach der Ankunft aufgegriffen werden.