Schulplätze für alle Kinder

AUFRUF

"Herzlich willkommen an unserer Schule! Heute beginnt für euch ein neuer Lebensabschnitt!"

Mit freundlichen Worten beginnen Einschulungsfeiern - auch in Köln. Die neuen Schulkinder und ihre Eltern sind aufgeregt, neugierig, ängstlich und manchmal auch schüchtern. Viele in letzter Zeit nach Köln eingewanderte Familien erleben solche Feiern allerdings bisher nicht! Obwohl ihre Kinder schulpflichtig sind. Obwohl sie also dabei sein müssten.
Viele der etwa 700 schulpflichtigen Kinder, die im vergangenen Jahr nach Köln eingewandert sind, mussten Wochen und sogar Monate auf einen Schulplatz warten. Einige dutzend oder mehr sind gar nicht untergekommen. Das Schulamt signalisiert: Es gibt nicht genug Schulplätze für sie, zu wenig Deutschförderung, zu wenige Vorbereitungsklassen. Kinder, die nicht lateinisch alphabetisiert sind, unter anderem Flüchtlingskinder und Kinder neuer Einwanderungsgruppen aus der EU, trifft die amtliche Verweigerung von Schulplätzen am häufigsten.

Wir stellen fest: Die Schulpflicht gilt für jedes Kind bis zum 16. bzw. 18. Lebensjahr!
Sie gilt vom ersten Tag in Köln an. - Wir fordern die Stadt Köln auf,
- die unmittelbare Beschulung von schulpflichtigen Kindern sicherzustellen
- dafür zu sorgen, dass Schulplätze und Lehrerestellen dem aktuellen Bedarf angepasst werden
- intensive Sprachförderung in Regelschulen zu gewährleisten
- wohnortnahe Schulplätze oder den Einsatz von Schulbussen zu organisieren
- für die Arbeit gegen Rassismus und Antiziganismus in Schulen einzutreten
- eine kommunale Beschwerdestelle für Familien einzurichten, deren Kinder keinen Schulplatz erhalten haben und im Schulalltag Diskriminierung erleben
- muttersprachliche Beratung anzubieten.

Die Initiative „Schulplätze für alle“ wird bisher unterstützt von folgenden Initiativen und Verbänden:
Aktion Courage Schule ohne Rassismus, Allerweltshaus e.V., AWO Bezirksverband Mittelrhein e.V., Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen e.V, Caritasverband für die Stadt Köln e.V., Diakonisches Werk des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, Förderverein Kölner Flüchtlingsrat e.V., Jugendwerk Köln, Katholikenausschuss in der Stadt Köln, Kölner Netzwerk kein mensch ist illegal, Kölner Appell gegen Rassismus e.V., Kölner Forum gegen Rassismus und Diskriminierung, mittendrin e.V., Öffentlichkeit gegen Gewalt e.V., Der Paritätische - Kreisgruppe Köln, Rom e.V., Kölner Runder Tisch für Integration, Synagogen-Gemeinde Köln, Terno Drom e.V., Verband binationaler Familien und Partnerschaften e.V. Regionalgruppe Köln.
Stand 06.12.2013

Setzen auch Sie sich mit Ihrer Organisation für unser Anliegen ein!
Unterschriften bitte an:
M. Pascual Iglesias (Integrationsagentur AWO Mittelrhein e.V.)
vielfalt@awo-mittelrhein.de - Tel 0221 299428-74 - Fax 0221 299428-99