Offener Brief zur Informationsveranstaltung der Stadt Köln für Anwohnerinnen und Anwohner der Herkulesstraße

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An
Frau Reker, Sozialdezernentin der Stadt Köln
Herrn Ferber, Leiter der Wohnungs-Versorgungsbetriebe Köln
DRK Kreisverband Köln
den Runder Tisch für Flüchtlingsfragen, z.H. Herrn Krücker
den Kölner Flüchtlingsrat, z.Hd. Herrn Pröllß

18. August 2014

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 3. Juli fand eine weitere öffentliche Informationsveranstaltung für Anwohnerinnen und Anwohner einer Flüchtlingsunterkunft statt, dieses Mal wurde die Übergangseinrichtung in der Herkulesstraße thematisiert.

Dort waren, wie bisher, offizielle Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Stellen auf dem Podium. Während  es aber bei den bisherigen Veranstaltungen dieser Art um neu geplante Einrichtungen oder Erweiterungen ging, beschäftigte sich dieser Termin mit einer bereits bezogenen Unterkunft. Ein Teil der dort untergebrachten Bewohnerinnen und Bewohner lebt dort schon seit vielen Monaten.

Entsprechend erstaunlich für uns war die Feststellung, dass bei dieser Veranstaltung keiner von den Menschen vertreten war, die im Flüchtlingsheim wohnen. Anstatt diese für sich selbst sprechen zu lassen, wurde nur über sie gesprochen – als hätten sie selbst keine Stimme, oder als wüssten andere besser wie sie leben wollen oder eventuell auch wie sie von den bisherigen Bedingungen betroffen sind .

Wir fordern daher, dass bei den nächsten Informationsveranstaltungen Vertreterinnen und Vertreter der Flüchtlinge offiziell eingeladen werden. So können diese als Betroffene, die die Lage am besten kennen, noch einmal konkret über ihre Sicht auf die Dinge und ihre Bedürfnisse sprechen. Zudem haben sie ein Recht darauf Fragen zu stellen und diese im öffentlichen Rahmen zu diskutieren.

Es sollte selbstverständlich sein, diesen Menschen auf gleicher Ebene zu begegnen und sie mitreden zu lassen!

Wir möchten Sie also darum bitten uns mitzuteilen, ob und wie Sie sich vorstellen können zu den nächsten Veranstaltungen Flüchtlinge einzuladen und was Sie für konkrete Vorschläge für die Umsetzung haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Kölner Netzwerk kein mensch ist illegal