No more fear – Ende der Angst?

FilmInitiativ zeigt: Neue Filme aus Nordafrika

Freitag, 07.10. bis Sonntag, 09.10.2011 im Filmforum im Museum Ludwig

Im Mai 2011 waren in der Reihe „Game Over“ Spiel- und Dokumentarfilme über Repression und Rebellion in Nordafrika, die kurz vor den Revolten in der Region realisiert worden waren, zu sehen. Darin war die Aufbruchsstimmung schon deutlich zu spüren, die zum Sturz der Diktatoren in Tunesien und Ägypten führen sollte.

Im Oktober werden nun Filme vorgestellt, die während der Proteste gedreht wurden. Dazu gehört der Dokumentarfilm No more fear aus Tunesien, in der eine Menschenrechtsanwältin, eine Bloggerin, ein Journalist und Leute von der Straße eindrucksvoll vermitteln, wie umfassend die Überwindung der Angst und die Befreiung von diktatorischer Willkür ihr alltägliches Leben verändert hat.

Wir versuchen, mit der Bloggerin Lina Ben Mhenni, die maßgeblich an den Aktionen zum Sturz Ben Alis beteiligt war, eine Skype Live-Verbindung herzustellen.

Der Dokumentarfilm Laïcité Inch’Allah von Nadia El Fani, ist ein Plädoyer für eine säkulare Gesellschaft. Die tunesische Filmemacherin ist zu Gast und wird auchihren Spielfilm Bedwin Hacker vorstellen. Der Film ist ein Politthriller über eine Computer-Hackerin, die aus einer abgelegenen Oase politische Botschaften per Satellit in Fernsehsendungen beamt. Rückblickend erweist sich der Film als geradezu prophetisch in Anbetracht der Bedeutung, die Internet,
Facebook und Handys für die politischen Bewegungen in Nordafrika erlangt haben.

In der Veranstaltung Gestrandet vor der Festung Europa – Kriegsflüchtlinge in Nordafrika werden mit Filmen und Podiumsdiskussion die Folgen des Kriegs thematisiert, der seit Anfang 2011 in Libyen geführt wird und der im ersten Halbjahr mehr als eine Millionen Menschen in die Flucht trieb, die meisten davon nach Tunesien und Ägypten. (In Zusammenarbeit mit kein mensch ist illegal und Helft Tunesien e.V. Köln)

Aus Ägypten kann mit 18 days eine aktuelle Filmrolle erstmals in Köln und NRW gezeigt werden, die beim Festival in Cannes im Frühjahr ihre Weltpremiere erlebte. Darin bieten zehn Regisseure in Kurzspielfilmen cineastische Reflexionen über die 18 Tage anhaltenden Proteste bis zur Abdankung Mubaraks.

Das Programmheft (in Deutsch/Englisch/Französisch) ist über unsere Internetseiten www.filminitiativ.de und www.facebook.com/FilmInitiativ  abrufbar.