Informations- und Diskussionsveranstaltung mit MenschenrechtlerInnen aus der Türkei

Rathaus, Spanischer Bau

mit
RA Selahattin Demirtaş (Vorsitzender des Menschenrechtsvereins IHD-Diyarbakir),
RA Bülent Temel (Vorstandsmitglied des Menschenrechtsvereins IHD-Diyarbakir)
Çağlar Demirel (für das Frauenhaus Kardelen der Gemeinde in Bağlar),
RA Dursun Özdoğan (Vorstandsmitglied von Göc-Der)

Der Menschenrechtsverein IHD ist die größte Menschenrechtsorganisation der Türkei. Der IHD verurteilt offen Menschenrechtsverletzungen. Die Büros des Menschenrechtsvereins werden häufig verwüstet, geschlossen oder Zielscheibe von Bombenanschlägen. IHD-Vertreter werden häufig bedroht, festgenommen, verfolgt, gefoltert, verschleppt und getötet. Seit 1991 sind mindestens zwölf seiner Mitarbeiter getötet worden. Die Täter sind in der Mehrzahl der Fälle nicht ermittelt worden, obwohl es deutliche Hinweise für die Beteiligung von Angehörigen der türkischen Sicherheitskräfte an einigen dieser Morde gibt. Mehrere lokale IHD-Büros sind unter verschiedenen Vorwänden geschlossen worden. Der Mordanschlag auf Akin Birdal im Mai 1998 löste weltweites Entsetzen aus.

Der Soziale Hilfs- und Kulturverein für Vertriebene (Göç-Der) besteht seit 1990 und ist eine NGO, die sich für Personen einsetzt, die während des Konfliktes zwischen dem Staat und der PKK aus dem Südosten vertrieben wurden. Die Flüchtlingshilfsorganisation GÖC-DER bemüht sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch um etwas Sozialarbeit (Kleiderverteilungen u.ä.) vor Ort. Zentrales Ziel des Vereins ist aber ein politisches: die Rückkehr der Vertriebenen in die wieder aufzubauenden Dörfer ihrer angestammten kurdischen Heimat, um dort in ihrer Sprache und Kultur sicher leben zu können. Bis dahin fordert GÖC-DER aber auch einen besseren Lebensstandard in den Flüchtlingslagern.
Die Organisation sah sich starkem Druck wegen ihrer Ermittlungen auf diesem Gebiet ausgesetzt.

Das Frauenhaus Kardelen ist ein Projekt der Gemeinde in Bağlar. Es wurde am 7. Dezember 2004 eröffnet. Das Projekt zielt auf Beratung, Aufklärung und Qualifikation von Frauen ab. Schon in den ersten 6 Monaten erhielten 173 Frauen Alphabetisierungskurse, 45 Frauen Handarbeitskurse, und 40 Frauen Computerkurse. Kardelen steht heute für Hoffnung, Solidarität und Bildung von Frauen für Frauen.

Veranstalter: Fraktion Die Linke.Köln
Mitveranstalter: Kölner Appell, Kölner Flüchtlingsrat, Kölner Netzwerk “kein mensch ist illegal”, Tüday