Gegen die Zwangsvorführung kamerunischer Flüchtlinge!

STOP DEPORTATION!

Wir protestieren vor der Zentralen Ausländerbehörde Köln:
Gegen die Zwangsvorführung kamerunischer Flüchtlinge!
Gegen das Abschieben um jeden Preis!

Weltweit steigen die Flüchtlingszahlen – in Europa sinken sie. Das geht nur mit Gewalt. Nicht nur vor den europäischen Grenzen sondern auch im Inland steigt die Brutalität, mit der Flüchtlinge abgewehrt, schikaniert und ausgewiesen werden.
Europaweit werden nur noch 23 von 100 Asylbewerber anerkannt.
Deutschland ist weiter, nur noch 6 von 100 Flüchtlingen werden anerkannt

Wie das geht?
Zum Beispiel so: Flüchtlinge werden zwangsweise Botschaftsangehörigen ihrer angeblichen Herkunftsstaaten vorgeführt. Die bestätigen dann, es handele sich um „ihre Leute“ und stellen Reisepapiere aus, damit die Flüchtlinge abgeschoben werden können.

Bekannt geworden sind Deals, wo Menschen gegen Bares verkauft werden.
Beispiel Guinea: Für 100 Euro „pro Kopf“ bestätigte jahrelang eine dubiose „Botschafterdelegation“, die vorgeführten Flüchtlinge seien guineische Staatsangehörige – egal, woher sie tatsächlich gekommen waren. Als der Deal aufflog, rief die Regierung die Delegation zurück. Doch in Deutschland werden die Blanko-Pässe dieser Delegation weiterhin genutzt, um Flüchtlinge als „Guineer“ zu „identifizieren“ und abzuschieben.

Die Zentrale Ausländerbehörde Köln hat sich auf die Identifizierung von kamerunischen Flüchtlingen spezialisiert.

In unregelmäßigen Abständen werden Flüchtlinge aus dem ganzen Bundesgebiet in der Domstadt angeliefert, um sie zu verhören. In den Verhören soll herausgefunden werden, ob ihre Angaben im Asylverfahren zutreffen. Ungeheuerlich ist, dass ein Regime, das Menschen in die Flucht treibt, von den deutschen Asylbehörden als Kronzeuge gegen diese Flüchtlinge ins Land geholt wird. Wen wundert da noch, dass die Behauptungen der kamerunischen Beamten über „ihre“ Flüchtlinge zwar kaum nachprüfbar sind, aber von den Ausländerbehörden trotzdem als authentische und unabhängige Äußerungen gewertet werden?

Wir protestieren gegen diese bewusste Verletzung völkerrechtlicher Bestimmungen. Menschen dürfen nicht von den Staaten, aus denen sie geflohen sind, „identifiziert“ werden. Mit der widerwärtigen Praxis der deutschen Asylbehörden, solche billigen Dienste einzukaufen, muss Schluss gemacht werden.

Papiere für alle! Bleiberecht für alle!

Köln, 20.11.07

Weiterführende Informationen: no-racism.net