GEDENKEN AN OURY JALLOH - AKTIONSTAG

Ab 12:00 h vor dem Landgericht Dessau

Treffpunkt Berlin: 8:30 h S+U Friedrichstr.

BREAK THE SILENCE
INITIATIVE IN GEDENKEN AN OURY JALLOH

Wie ist es möglich, dass ein Mensch auf einem Polizeirevier verbrennt und die Todesumstände seit bald 20 Monaten ungeklärt bleiben?
Am 7.1.2005 wurde Oury Jalloh von der Dessauer Polizei in „Schutzhaft“ genommen, wo er in einer Gewahrsamszelle – an Händen und Füßen „fixiert“ – qualvoll verbrannte. Der diensthabende Polizeihauptkommissar reagierte nicht auf die Geräusche aus der Gegensprechanlage und schaltete zweimal den Alarm des Rauchmelders aus, angeblich wegen häufiger Fehlalarme.
Die offizielle Version der Polizei: Selbstmord. Oury Jalloh soll, an Händen und Füßen gefesselt, die Matratze angezündet haben – mit einem Feuerzeug, das erst nachträglich in der Asservatenliste auftaucht. Nach der Rekonstruktion soll es sich in der Hosentasche befunden haben, das der diensthabende Polizist bei der vorschriftsmäßigen Durchsuchung übersehen haben will. Eine unabhängige ärztliche Obduktion stellt den Bruch des Nasenbeins, zerstörte Trommelfelle und weitere Verletzungen am Kopf fest – in der amtsärztlichen Obduktion tauchen diese Verletzungen nicht auf. Viele Ungereimtheiten, an deren Klärung die offiziellen Stellen offenbar wenig Interesse haben. Zwar wurde im Mai 2005 seitens der Staatsanwaltschaft Dessau Anklage gegen die zwei diensthabenden Polizisten gestellt. Der Selbstmord wird dabei allerdings nicht in Frage gestellt, sondern, ob die Polizisten den Tod Oury Jallohs hätten verhindern können. Die verantwortlichen Polizisten und der Amtsarzt sind weiterhin im Dienst. Die einzige Möglichkeit, die offizielle Version für Oury Jallohs Tod noch einmal in Frage zu stellen, ist die Nebenklage der Eltern. Monatelang wurde die Zulassung der Anklage vom zuständigen Landgericht verschleppt. Nach über einem Jahr ist nun die Nebenklage zugelassen worden, während das Gericht angekündigt hat, nicht vor September über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden zu wollen.
Es bedarf JETZT eines entschiedenen öffentlichen Drucks, damit der Prozess endlich eröffnet und mit der notwendigen kritischen Genauigkeit, Transparenz und Konsequenz durchgeführt wird.

AUFKLÄRUNG, GERECHTIGKEIT, ENTSCHÄDIGUNG
————————————————————————————
Initiative in Gedenken an Oury Jalloh, initiative-ouryjalloh@so36.net, http://oury-jalloh.so36.ne