Erneute Turbulenzen auf der Lufthansa-Hauptversammlung

Abschiebegegner protestieren gegen Geschäft mit Abschiebungen

Gegen das Geschäft mit Abschiebungen protestierten AktivistInnen von "kein mensch ist illegal" heute auf der Aktionärsversammlung der Lufthansa AG in Köln.

Vor dem Eingang zur Kölnarena begrüßten "FlugbegleiterInnen gegen Abschiebungen" die Lufthansa-Aktionäre bereits mit Sekt und Selters und informierten über den Widerstand gegen Abschiebungen in der deportation.class. "Greifen Sie ein, lassen Sie nicht zu, wenn Passagiere abgeschoben werden", lautete die Message eines Straßentheaters vor der Kölnarena. "Ich bin der Oberbürgermeister und grüße alle Kölner Abschiebegegner und die von auswärts" prangte auf einem Transparent mit der Unterschrift Fritz Schrammas. Unbekannte hatten das Transparent von der Balustrade des technischen Rathauses entrollt. Direkt vor den Eingang zur Kölnarena parkte ein "Infomobil" mit der Aufschrift: "Lufttransaction-Special - Stop Deportation-Class".

Während der Hauptversammlung sorgten mehrere Dutzend AbschiebegegnerInnen mit Sprechchören und Transparenten für Tumulte. "Abschiebungen ein Mordsgeschäft"- hieß es auf einem der Transparente. Der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa, Jürgen Weber, musste seine Rede deshalb mehrfach unterbrechen. Das Sicherheitspersonal der Lufthansa warf die Protestierenden aus dem Saal und ging dabei mit äußerster Brutalität vor.

Kritische Aktionärinnen und Aktionäre griffen in ihren Redebeiträgen die Geschäftsleitung ebenfalls an und forderten den sofortigen Stopp von Abschiebungen.

"Solange die Lufthansa das Geschäft mit Abschiebungen nicht aufgibt, werden wir unsere Aktionen gegen das deportation-business fortsetzen", kündigte Jan Hoffmann von "kein mensch ist illegal" an. "Wir haben in den vergangenen vier Jahren mit sehr großem Erfolg die Öffentlichkeit auf die Brutalität der Abschiebungen im Flugverkehr aufmerksam gemacht mit sehr phantasievollen und vielfältigen Aktionen, auf internationalen Flughäfen im In- und Ausland, in Niederlassungen des Konzerns, in Reisebüros, auf der Hauptversammlung des Konzerns und im Internet."
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Fotos: Arbeiterfotografie