Einschüchterungsprozeß gegen Ayaba Cho Lucas in Iserlohn, angeklagt wegen Kritik an der Deportation und Kriminalisierung eines Flüchtlings!

Gerichtsprozess gegen Ayaba Cho Lucas - Aufruf für Protest und Faxaktion

Ayaba Cho Lucas, Kamerunger, Menschenrechtsaktivist und Koordinator von The VOICE Africa Forum in NRW wird von der Ausländerbehörde angeklagt wegen „Beleidigung" ein klarer Einschüchterungsversuch gegen Kritik an Abschiebung.

Protest wird am Donnerstag dem 31.01.2002 um 12 Uhr vor dem Amtsgericht in Iserlohn stattfinden.

Der erste Gerichtstermin vom 6.12.01 wurde im Sinne der deskiminierenden Bequemlichkeit des Staates zugunsten der Verfolgung des politischen Engagements von Flüchtlingen in Deutschland widerrufen. Zuvor wurde Ayaba nicht zu einer Teilnahme an der Anhörung eingeladen. Sabine Patze,eineeine Freundin von The VOICE Forum in Iserlohn informierte uns, daß sie eingeladen wurde, um vor Gericht am 6.12.01 als Zeugin gegen Ayaba Cho Lucas auszusagen.

Ayaba Cho Lucas wird sich selbst vor dem Gericht in Iserlohn am Donnerstag, den 31. Januar 2002 um 12 Uhr vertreten.

Wir protestieren gegen die Diskriminierung von Flüchtlingen, gegen Verfolgung, Demütigung und die Kriminalisierung von Ayaba Cho Lucas durch die Ausländerbehörde von Iserlohn. Wir wenden uns an die deutsche Öffentlichkeit, damit sie auf die Forderungen der Flüchtlinge nach einer offenen Gesellschaft ohne Diskriminierung in Deutschland und Europa aufmerksam werden. We protest the prosecution of Iserlohn

Bitte sendet Faxe an:
Geschäftsstelle des Amtsgerichts Iserlohn, (Geschäfts-Nr,: 16 Ds 700 Js 558/01-514/01)
Fax 02371 681110

Schreibt einen offenen Aufruf, diskutiert und protestiert gegen die Kriminalisierung von Flüchtlingen. Macht mit in unserem Kampfe gegen Abschiebung und der Einschränkung der Bewegungsfreiheit von Flüchtlingen.

Spenden für die Anti-Abschiebung Kampagne an:

The VOICE Forum, Goettingen Sparkasse, BLZ: 26050001, Kto:146333745

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Zum Hintergrund
Am 16.07.01 wurde Halirou Ayouwa aus Togo, ein Zimmernachbar von Ayaba Cho Lucas im Flüchtlingsheim in Iserlohn, festgenommen und von der Ausländerbehörde in Abschiebehaft gebracht. Als Ayaba zuerst versuchte, Informationen bei den Verantwortlichen der Ausländerbehörde zu bekommen, wurde ihm eine Auskunft über Halirou Ayouwa verweigert. Am 19. Juli sang eine große Anzahl von Flüchtlingen vor der Behörde für die Freiheit von Halirou. Ayaba hielt kurze Reden gegen Diskriminierung und Kriminalisierung von Flüchtlingen, die in mehreren Sprachen übersetzt wurden. Die Parole "Nazis morden, der Staat schiebt ab, es ist alles das gleiche Rassistenpack!", die sehr oft auf Demonstrationen benutzt wird, wurde auch skandiert. Dieser Protest wurde von den Beamten der Ausländerbehörde als Straftat aufgefaßt, um Ayaba wegen Beleidigung anzuklagen. Die Staatsanwaltschaft klagt Ayaba nun an, der Sprecher des Protests gewesen zu sein und wegen Beleidigung der Beamten der Ausländerbehörde mit den Worten „Rassistenpack„ und „Kriminelle„. Ayaba besteht auf der Tatsache, daß er zu keiner Zeit irgend jemand Rassist oder einen Kriminellen genannt hat. Er gab seiner Meinung über die Diskriminierende Behandlung von Flüchtlingen kund, und unterstrich seinen Willen, dies wieder zu tun angesichts der gegenwärtigen Situation. Dieser Prozeß ist ein Versuch, Flüchtlinge einzuschüchtern, die nicht bereit sind, die Ungerechtigkeit der Abschiebepraxis zu akzeptieren. Die Ausländerbehörde von Iserlohn ist bekannt für ihre schnelle Umsetzung der
Abschiebegesetze.
Mit dem Prozeß gegen Ayaba rufen wir alle Anti-Abschiebe Aktivisten auf, die Einheit des Flüchtlingskampfes gegen Abschiebung zu unterstützen.
Ayaba hat verschiedene Demonstrationen dieses Jahr in NRW organisiert. Politische Demonstrationen und The VOICE Forum Kampagne zur Abschaffung der Residenzpflicht für Flüchtlinge in Deutschland wurden im Jahresbericht des Verfassungsschutzes von NRW vermerkt.


Die Flüchtlinge werden an der Anhörung im Amtsgericht von Iserlohn am 31.01.2002 teilnehmen. Die Verhandlung fängt um 12 Uhr in Raum C 107, Erdgeschoß, Friedrichstraße 108-110 an.
Für weitere Informationen, wendet euch an: Ayaba Cho Lucas 0173-7711395

Wir rufen alle Flüchtlinge dazu auf, sich selber an den verschiedenen Orten gegenseitig zu unterstützen und sich über das Engagement anderer Flüchtlinge zu informieren. Schreibt Bericht über Verletzungen des Asylrechts und die soziale Ausgrenzung der Flüchtlinge in euren Städten und Regionen.
Flüchtlinge sind seit Jahren in verschiedenen Städten oder in Heimen im Wald isoliert, ohne daß Recht auf eine eigene, unabhängige Unterkunft. Regelmäßige Treffen und Besuche zwischen Flüchtlingen sind mit vielen Schwierigkeiten ohne Transportmöglichkeiten verbunden. Außerdem sind die Flüchtlinge durch die Residenzpflicht stark eingeschränkt, wodurch sie in den örtlichen Bezirken der isolierten Heimen gefangen sind.


The VOICE e. V.
Schillergasschen 5, 07745 Jena
Thueringen - Germany.
Tel.: 0049(0)3641 - 665214
Fax.:0049 (0)3641 - 423795
E-Mail: The_VOICE_Jena@gmx.de
The VOICE Forum, Goettingen Sparkasse, BLZ: 26050001 Kto:146333745.