Auftaktveranstaltung "Komitee gegen amtlichen Rassismus"

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Fotos: Arbeiterfotografie

Internationale Töne erfüllten heute Mittag die Luft des Kölner Hauptbahnhofes:

Das Kölner Blasorchester "Dicke Luft" blies dem dort tätigen Bundesgrenzschutz "den Marsch". Anlaß war die Auftaktveranstaltung des "Komitees gegen amtlichen Rassismus (KOGAMRA), auf der die Beiratsmitglieder des Komitees, der Kabarettist Heinrich Pachl und der Stadthistoriker Dr. Martin Stankowski, die Arbeit dieser neuen Initiative vorstellten. Der Bundesgrenzschutz wird ab heute für mindestens drei Monate bei seinen Kontrollen "beobachtet". Tag und Nacht kontrolliere der Bundesgrenzschutz gezielt Leute, die nicht wie Deutsche aussehen. "Menschen aufgrund ihres Aussehens einer Straftat zu verdächtigen und deshalb zu kontrollieren, erleben internationale Gäste, MigrantInnen und Flüchtlinge dieser Stadt als persönliche Diskriminierung, wir nennen diese Praxis amtlich verordneten Rassismus", begründet eine Sprecherin das Engagement des Komitees.

Die Aufgabe der nächsten drei Monate heißt beobachten, einmischen, dokumentieren und die zusammengetragenen Ergebnisse veröffentlichen.

In einem Faltblatt fordert das Komitee in acht Sprachen die Bahnhofsbesucher auf, sich unter einer Kontaktnummer zu melden, wenn sie selber Opfer von Diskriminierungen durch Bundesgrenzschutzbeamten werden oder solche beobachten.

Über 150 Mitglieder des Komitees demonstrierten mit Musik, Spruchbändern und einem Transparent hoch unter dem Dach der Bahnhofshalle für ein Köln, das sich zurecht "weltoffen" und "tolerant" nennen kann. Die Aktion traf auf Zustimmung der Bahnhofsbesucher – es kam kurzzeitig Partystimmung auf. Nach etwa einer Stunde drängte der Bundesgrenzschutz "aus Sicherheitsgründen" auf Abbruch der Aktion.

Komitee gegen amtlichen Rassismus

Treffpunkt: 19.00 Uhr jeden ersten Dienstag im Monat im Allerweltshaus Köln
Körnerstr.77, 50823 Köln  -  Tel.: 0221/ 510 18 47  -  mail: KogamRa@gmx.de