Aktionswoche stop deportation-class

anläßlich der einmal im Jahr stattfindenden Hauptversammlug der Lufthansa-Aktionäre in Köln, 18.-23.06.01

Vernissage
11. Juni 2001, 18 Uhr Filmhaus
Ausstellungseröffnung mit Musik und Wilfried Schmickler (Kabarett)

Filmreihe im Begleitprogramm zur Ausstellung im Filmhaus Maybachstraße
In Zusammenarbeit mit dem Filmhaus Köln und filminitiativ köln e.V.

Drachenfutter . 11. Juni 21:30, 16. Juni 17:30 h
D 1997, 79 Min. Regie: Jan Schütte,
Shezad, ein pakistanischer Flüchtling, träumt zusammen mit einem chinesischen Kellner von der Eröffnung eines Restaurants in Hamburg. Der Traum platzt als Shezad abgeschoben wird.
Vorprogramm: Der Blinde Passagier
Zaire 1996, 15 Min. Regie: José Laplaine

Nicht verzeichnete Fluchtbewegungen 11. Juni 19:30 h, 17. Juni 17:30 h
Oder wie die Juden in die Freiheit kamen
D 1990, 98 Min. Regie: Dietrich Schubert
Dokumentation über die Fluchtbewegungen jüdischer Flüchtlinge in der Westeifel an der belgischen Grenze

Blinder Passagier - De Verstekeling 12. und 13 Juni, 21:30 h
NL 1997, 90 Min. Regie: Ben van Lieshout
Ein usbekischer Flüchtling landet als blinder Schiffspassagier statt in New York in Rotterdam. Bei Katharina findet er Unterschlupf. Als deren Ehemann zurückkehrt, verpfeift dieser den Gast bei der Fremdenpolizei.

Otomo 14. und 15. Juni 21:30 h
D 1999, 85 Min. Regie: Frieder Schlaich
Nach einer Fahrscheinkontrolle ersticht ein abgelehnter Asylbewerber aus Westafrika zwei Polizisten und verletzt drei weitere, bevor er selbst erschossen wird. Die Lokalpresse nutzt die Tat zur rassistischen Stimmungsmache. Der Film beruht auf einer authentischen Geschichte, die sich im Sommer 1989 in Stuttgart ereignete und fiktionalisiert die letzten Stunden Frederik Otomos, dessen wahre Identität nie zweifelsfrei geklärt werden konnte.

CHEB - Flucht aus Afrika 16. und 17. Juni, 21:30 h
F/Algerien 1990, 82 Min. Regie: Rachid Bouchared
Merwan wird wegen eines Gesetzesverstoßes aus Frankreich nach Algerien ausgewiesen und wird dort zum Militärdienst einberufen. Gemeinsam mit Malika, die ebenfalls gegen ihren Willen in Algerien ist, entschließt er sich zur Flucht aus Afrika.

La Promesse - Das Versprechen 18. und 20. Juni, 21:30 h
B/F 1996, 93 Min. (OmU) Regie: Luc und Jean Pierre Dardenne
Igor rebelliert gegen seinen Vater, der illegalisierte Einwanderer ausbeutet, als dieser einen der Illegalen bei einem Arbeitsunfall einfach sterben lässt.

Raus aus dem Schatten
- Die Kirche St. Bernard und der Kampf der "sans papiers" 19. Juni 21:30
D/F 1999, 62 Min. Regie: Jochen Kraus und Florian Schneider
Im Sommer 1996 besetzen 300 illegalisierte Einwanderer die Kirche St. Bernrad in Paris mit der Forderung nach gleichen Rechten und dauerhaften Aufenthaltsgenehmigungen für Alle. Der Film rekonstruiert die Ereignisse und die Entwicklung einer Bewegung, die über die Grenzen Frankreichs hinaus eine Bedeutung für die Kämpfe Illegalisierter in Europa hatte.
(weitere Informationen im aktuellen Filmhausprogramm)

Veranstaltung
"Juden und Polen wurden schlechter als ein Hund behandelt"
Zwangsarbeit bei der Deutschen Lufthansa unter dem Hakenkreuz
mit Jan Matusiak, ehemaliger Zwangsarbeiter aus Lodz/Polen, u.a.
Moderation Heinz Humbach, VVN
Veranstalter: "Kein Mensch ist illegal" gemeinsam mit dem Dachverband der kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, AntifaK, Infoladen Köln
18. Juni 2001, 20:00 h, Bürgerzentrum Alte Feuerwache, Melchiorstr. 3, 50670 Köln

Aktion
"Stop deportation.class!"
Besuch der Jahreshauptversammlung der Deutschen Lufthansa AG
20. Juni 2001, 9:00 h, Treffpunkt vor dem Haupteingang der Kölnarena in Köln-Deutz

Online-Demo auf dem Internetportal der Lufthansa AG, 20. Juni 2001,
10:00 h
Informationen: http://go.to/online-demo

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Mit vielfältigen Aktionen auf Flughäfen, vor Reisebüros, im Internet und Projekten wie der Ausstellung ist es seit dem gelungen, eine breite Öffentlichkeit zu erreichen und auf die Mitverantwortung der Lufthansa bei der unmenschlichen Abschiebepraxis aufmerksam zu machen. Es handelt sich dabei nicht um eine Boykottkampagne. Vielmehr werden Fluggäste und Flugpersonal zur Zivilcourage und zum Handeln gegen Abschiebungen aufgerufen. Die Kampagne blieb nicht ohne Wirkung. Die Pilotenvereinigung Cockpit fordert ihre Mitglieder auf, sich in jedem Fall davon zu überzeugen, dass Passagiere freiwillig mitfliegen und "passengers not willing to travel" nicht zu transportieren.
Vorläufiger Höhepunkt der Aktionen waren die Tumulte auf der Jahreshaupt-versammlung der Lufthansa AG im Juni letzten Jahres im ICC in Berlin. Dort forderten neben "FlugbegleiterInnen gegen Abschiebungen", AktivistInnen von "kein mensch ist illegal" sowie kritische Aktionäre das Ende der "deportation class". Vorstandssprecher Jürgen Weber kündigte daraufhin an, Verhandlungen mit der Bundesregierung über die Befreiung von der Beförderungspflicht für sogenannte "deportees" zu führen. Seine Ankündigung, auf das Geschäft mit der Abschiebung zu verzichten, blieb bisher folgenlos. Daher wollen wir unsere Forderungen auf der diesjährigen Hauptversammlung erneut entschieden vortragen und den Vorstand und die Aktionäre der Lufthansa AG an das Versprechen des Vorstandsvorsitzenden erinnern. Stop deportation business!

Wer Aktien der Lufthansa AG besitzt, sollte die Stimmrechte dem Dachverband der kritischen Aktionärinnen und Aktionäre übertragen.
Kontakt: Tel. 0221- 5 99 56 47
Email: dachverband@kritischeaktionaere.de